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4. März2016
Heiße Quellen bei ca. 36 Grad im Schatten

Heiße Quellen bei ca. 36 Grad im Schatten

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  • Author: gerd
  • Date Posted: Mrz 4, 2016
  • Category:

[gerd]

Die Nacht im Baucontainer im Mt. Dare Hotel verbrachten wir angenehm, aber recht laut durch die notwendige Klimaanlage. Am nächsten Morgen hatten sich auch die meisten Tiere aus den sanitären Einrichtungen verzogen.

Wir packen also nach dem Frühstück mal wieder die Sachen. An der Rezeption tankten wir für wahnsinnige 2,20$ (ca. 1,50€) den teuersten Treibstoff unserer Reise. Leider hatte wohl schon lange keiner mehr dort getankt, somit handelte es sich um alten und abgestandenen Treibstoff, was sich im höchsten Verbrauch der Reise bemerkbar machen würde.

Das Ziel des heutigen Tages waren eigentlich die Dalhousie Springs, eine heiße Quelle im Witjiara National Park. Die Betreiber vom Mt. Dare Hotel hatten uns aber davon abgeraten, da die Außentemperatur zu hoch wäre und somit man nicht in den Quellen schwimmen könnte. Letztendlich musste ich die Entscheidung im Auto treffen, da es eine Stimme für und eine dagegen gab. Da ich gern hinwollte machen wir uns also auf die Reise. Bis zu den Quellen hatten wir ca. 70 km vor uns. Einige Kilometer der gestrigen Strecke mussten wir zurückfahren, dabei wurden wir von einigen Bauarbeitern überrascht. Sie waren gerade dabei ein neues Vieh-Gitter in die Strasse zu integrieren. Am Vorabend war an dieser Stelle noch schöne flache Strasse. Nachdem wir einen der Bauarbeiter unsere Absicht mitteilten, meinte dieser, dass wir nur kurz warten müssten, da sie für uns schnell die Auffahrt anlegen würden. Wir warteten also ca. 20 Minuten und konnten zuschauen, wie ein solches Vieh-Gitter in die Strasse integriert wird. Als es halbwegs passierbar war, durften wir, dank Allrad, drüber fahren. Auch Respekt an die beiden älteren Bauarbeiter, welche scheinbar alleine dort draußen in dieser Hitze die Straßen erhalten, ein sicherlich ziemlich harter Job.

Als wir die Fahrt fortsetzen konnten, hofften wir auf gemütliche 70 km wie am Vorabend. Leider änderte sich die Situation direkt am ersten Abzweig. Strasse konnte man den Rest der Strecke nicht mehr nennen. Der Wagen klapperte und rasselte an allen Ecken und die Geschwindigkeit lag eher bei 20 bis 40 km/h. So brauchten wir ca. 2,5 Stunden bis zu den Quellen. Dort erwartet uns ein voll ausgebautes Erholungsgebiet mit Campingplatz und sanitären Einrichtungen. Trotzdem waren wir die einzigen Menschen dort. Ich überprüfte gleich mal die Temperatur des Wassers und befand es für ok. Wir gingen also eine Runde in den heißen Quellen schwimmen, es fühlte sich bei ca. 36 Grad Außentemperatur nochmal eine Runde wärmer, aber erträglich, an. Der Ausflug hatte sich an dieser Stelle, trotz der Strapazen, auf jeden Fall gelohnt.

Im Anschluss fuhren wir die gleiche Strecke zurück und konnten das Vieh-Gitter diesmal ohne Verzögerung überfahren. Weiter ging es von Mt. Dare dann in Richtung Kulgera. Wir wechselten ca. 10 km von Mt. Dare entfernt in das Nothern Territory, dabei änderte sich auch die Zeizone, was wir aber erst am nächsten Tag festgestellt haben. Die Fahrt über die Gravel Roads war eher unspektakulär, dafür aber laut. Unser Fahrzeug mochte die Strecken anscheinend nicht so recht, es ging mehrere Mal einfach aus. Zum Glück konnten wir es immer wieder zum Starten bewegen, ansonsten hätten wir im Outback ein kleines Problem gehabt. Etwas aufregend war es dennoch 😉

 

Ca. 120 km vor Kulgera machten wir eine Pause direkt auf der Strasse und genossen frische Melone. Außerdem mussten wir unser Fahrzeug mit dem Ersatzkanister betanken. Danach fanden wir einen Wegweiser zum Center of Australia. Wir folgten den 12 km langen 4WD-Track und standen nun im geographischen Zentrum von Australien.

Zurück auf der normalen Straßen konnten wir den letzten Abschnitt ohne Probleme fahren. Einige Kühe und ein einzelnes Kamikaze-Känguru kreuzten vor uns die Straße. Dann gab es noch einen weiteren schönen Sonnenuntergang im Outback.

Zu guter Letzt erreichten wir das Kulgera Hotel und richteten uns auf dem Campground ein. Auch hier tummelten sich wieder die wildesten Tiere direkt in den sanitären Einrichtungen. Katrin entdeckte sogar eine, anscheinend tote, Schlange. Am nächsten Morgen stellte sich raus, dass sie aber gar nicht so tot war.  Vorm Zeltplatz schliefen einige Natives vor ihrem Fahrzeug direkt auf der Strasse, das war etwas merkwürdig, aber auch nicht das letzte Mal, dass wir derartiges gesehen haben. Die Nacht eignete sich wunderbar zum Sternegucken, da es kein Licht und keine Wolken gab. Selten hab ich den Sternenhimmel in einer solchen Pracht über mir erlebt.

 

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