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7. Mai2015
K(l)ippe

K(l)ippe

US
  • Author: steffi
  • Date Posted: Mai 7, 2015
  • Category:

[steffi]

Nun. Der Schneefall hat sich über Nacht leider nicht beruhigt, sondern wurde sogar noch stärker. Gerd schaute trotzdem optimistisch nach Wetterdaten unserer geplanten Ausflugsziele. Unsere Rückreise zur Pazifikküste wollten  wir eigentlich mit Besuchen des Mono Lakes, der Geisterstadt Bodie, sowie des Yosemite Parks verbinden. Dort war es zwar kalt, aber Schnee sollte keiner fallen. Nach dem Check-Out fuhren wir also die vorgeschlagene Route, kamen aber leider gar nicht weit. Starker Schneefall, glatte Fahrbahnen und die Tatsache, dass wir nur mit Sommerreifen unterwegs waren, zwangen uns dann doch umzukehren und einen direkten Weg in den Süd-Westen zu nehmen.

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Da das GPS-Signal etwas schwach war, nahmen wir statt des Telefons den großen Analog-Atlas zur Hand. Nachdem die Route geplant war, kam die Orientierung in meine Verantwortung. Ganz blöde Idee. Am Ende haben wir einen etwa 100 Kilometer langen Umweg durch das kalifornische Hinterland gemacht, Tiere die Straße queren lassen und die Kurvenlage des Autos ausgiebig testen können.

Wieder auf dem richtigen Highway begann der richtig anstrengende Teil der 450 km langen Fahrt. Um zu unserem Ziel zu gelangen mussten wir sehr oft die Highways wechseln. Teilweise sind diese sechsspurig, mit extra Fast Lanes ausgestattet – das sind Mautspuren, dessen Nutzungspreise sich nach der aktuellen Verkehrslage richtet – oder zwei der Spuren sind extra für Car Pools angelegt. Das sind Fahrstreifen auf denen Autos fahren, in denen mindestens zwei Leute sitzen. Das war an mancher Stelle unser Glück und wir konnten einfach an stockendem Verkehr oder Stau vorbeifahren.

Es ist jedoch für Fremde kaum so schnell zu erfassen wann man sich auf einer Abfahrtstraße oder doch nur auf einer abzweigenden Spur auf dem Highway befindet. Es gab mehrere Situationen in denen ich einfach heulend hinterm Steuer stehengeblieben wäre –  Gerd hat den Akt cool gemeistert und uns sicher zu unserem Hostel an die Küste gebracht.

Und dieses Hostel ist eine tolle Belohnung für den Stress und das Wetterpech am Anfang des Tages. Wir wohnen im Point Montara Lighthouse Hostel im kleinen Örtchen Montara nördlich der Half Moon Bay – fast am südlichen Ende von San Francisco. Wie in vielen Hostels können wir hier selber kochen, die Atmosphäre ist sehr familiär, aber das Highlight ist hier eindeutig die Lage.

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Unser Zimmer hat einen tollen Blick über den kleinen Strand der zum Hostel dazugehört und während ich anfing diesen Bericht zu schreiben, konnte ich die Sonne überm Meer untergehen sehen.  Nachdem sich der Hunger meldete, nutzen wir die hübsch eingerichtete Küche (mit Panoramafenster mit Blick aufs Meer :)) und wendeten unsere Superskills aus dem Arbeitsalltag an: wir kochten Spaghetti mit Tomatensauce.

Während der Garzeit kamen wir mit ein paar Leuten ins Gespräch – darunter ein junger Mann der erst vor kurzem von seinem Heimatleuchtturm 3600 Meilen in sechs Tagen von der Ostküste mit dem Auto zu diesem Leuchtturm fuhr um jetzt hier zu arbeiten. Er kennt sich übrigens genauso gut an der Westküste aus wie wir. Also gar nicht 😉 Wahrscheinlich lernt man sein Land nur kennen, indem man es bereist.

Als Bonus bekamen wir von einer anderen Besucherin des Hostels noch Nachtisch hingestellt. Und den lassen wir uns jetzt schmecken.

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